Veranstaltungen 2019

06. April | Volkmar Staub: Lacht kaputt was Euch kaputt macht

Augbrauen, die einen Theo Waigel vor Neid erblassen lassen, ein Frisur, von der jeder Bundesligaprofi nur träumen kann und ein Körper "wie ein Gott" (Zitat des Künstlers, und weiter:) "Leider ist es Buddha!" - Das kann nur einer sein: Volkmar Staub, einer der Großmeister des politischen Kabaretts in Deutschland, der am Samstag, den 06. April wieder einmal im Salmen in Hartheim auftrat. Der in Lörrach geborene Wahlberliner zündete ein Feuerwerk an Pointen und von seinen Wortneuschöpfungen wurde dem begeisterten Publikum manchmal ganz schwindlig. Die Abstimmung über den Brexit zeige z.B. deutlich, warum es "Referen-Dumm" heiße, die AfD im Bundestag gebe dem Wort "Parlament-Arier" eine ganz neue Bedeutung und Europa sei weder durch die Gabe von "Macron-Mar" noch durch eine "Le Pen-icillin"-Spritze zu retten. Der nach eigener Aussage "Lachbearbeiter im öffentlichen Dienst", ein wahrer Wortakrobat, der sein aktuelles Programm "Lacht kaputt, was Euch kaputt macht" immer wieder aktualisiert und an neueste Gegebenheiten anpasst, bot zwei Stunden anspruchsvollste Unterhaltung, die einem vorkamen wie nur eine. Legendär sind seine Beschreibung des nächsten James Bond Filmes mit prominenten Rollenbesetzungen, die skurriler und kreativer nicht sein könnten oder sein Auftritt als Häuptling Winnetou, natürlich mit immer mit einer neuen Rede an seine "roten Brüder vom Stamm der Sozialdemokraten". Aufgelockert wurde das Ganze durch Staubs herrliche Songs vom Fipronil-Rock über den Video-Check bis hin zum Energiewende-Blues, bei denen er sich auch als durchaus variabler und passabler Gitarrist zeigte. Bei diesen Songs wurde er unterstützt von einem Überraschungsgast, den er in den Salmen mitgebracht hatte. Gerd Maier aus dem kleinen Wiesental, dessen Bass-Ukulele zum Erstaunen aller wie ein Kontrabass klang und der zwischendurch mit einigen kleinen Soli glänzen durfte, war sicher eine Bereicherung des Abends. Dieser klang wie immer später im Foyer des Salmen aus. Es waren übrigens noch ein paar Plätze im Saal frei, was zeigt, dass es tatsächlich noch Menschen gibt, die den Salmen noch nicht kennen.

30. März | Dr. Wim's Jazz Affair

Dr. Wim Mauthe bestätigte am Samstag, den 30. April im Historischen Gasthaus zum Salmen in Hartheim wieder einmal seinen Ruf als Jazzmusiker, der alle Facetten des New Orleans Jazz beherrscht. Ob am Saxophon, an der Klarinette oder am Akkordeon, ob fetzige Boogies, pulsierende Shuffles oder hinreißende Melodien, er beherrscht sie alle und ist immer mit vollem Einsatz bei der Sache. Von Klassikern wie "Petite fleur" oder "Nobody knows you" bis hin zu Evergreens wie "Greensleeves", "Over the rainbow" oder "What a difference a day makes" war alles dabei. Er interpretiert die Stücke mit unglaublicher Hingabe und gibt jedem Zuhörer das Gefühl, nur für ihn ganz allein zu spielen. Dabei wurde er kongenial unterstützt von dem Bräunlinger Ausnahmepianisten Kuno Kürner, der das Klavier im Salmen singen und klingen ließ, dass es eine wahre Freude war. Seine Läufe und akustischen Schnörkel flossen wie das Wasser in einem klareren Gebirgsbach und das mit einer Leichtigkeit, die man nur bewundern kann.

In der Pause nutzten viele Besucher die Chance, den Schwanitz-Gedenkraum im ersten Obergeschoss zu besuchen und waren äußerst beeindruckt, welch ein Juwel im unscheinbaren Hartheim schlummert, bevor sie den zweiten Teil des Konzertes genossen an dessen Ende die beiden Musiker eine Art "Klavier-Rundlauf" spielten und sich nahtlos jeweils am Klavier ablösten, natürlich ohne dass das gespielte Stück unterbrochen wurde.

Und als alles vorbei war, die Instrumente von Wim Mauthe in ihren Koffern und Hüllen ruhten, die Anlage verpackt war, die meisten Zuschauer schon auf dem Heimweg waren und nur noch ein paar Nachteulen an ein paar wenigen Tischen ausharrten, setzte sich Kuno Kürner nochmal ans Klavier und spielte einfach drauflos. Er füllte damit den Salmen mit einer unglaublichen Atmosphäre, die bei so manchem eine Gänsehaut verursachte. Es war ein Hochgenuss der besonderen Art, der den Abend zu etwas ganz Besonderem machte - für die, die noch da waren. Man sieht, es lohnt sich manchmal, etwas länger im Salmen zu bleiben!

20. März | Lieder & Lyrik

Clara Semmel beeindruckte wieder einmal mit ihrer glockenhellen Stimme, Klaus Obert begleitete nach besten Kräften an der 6- und 12-saitigen Gitarre und erzählte Anekdoten und Geschichten rund um die Lieder und ihre Hintergründe. Es gab wie immer bekannte und unbekannte Songs zu hören und natürlich die deutsche Textübersetzung, die Leonie Lillich vortrug, die mit ihrer eindrucks- und ausdrucksstarken Art, zu lesen, so manche Gänsehaut erzeugte. "Die müsste unbedingt Hörbücher lesen oder so etwas ... was für eine Stimme!" war nur EIN Kommentar eines Zuhörers.

Im gut besetzten Foyer genossen die Zuschauer die entspannte Atmosphäre, die teils lustigen, teils überraschenden Geschichten über Songs von den Beatles, Bruno Mars, The Police, Pink Floyd, den Red Hot Chilli Peppers und vielen anderen..

16. März | Sebastian Coors: Salonlöwengebrüll

Tosender Applaus war der Lohn für fast 2 Stunden beste Unterhaltung. Sebastian Coors, "gelernter" Musical-Darsteller hat mit seinem ersten Soloprogramm "Salonlöwengebrüll" beim Salmen-Publikum voll ins Schwarze getroffen. Mit versierter und begeisternder Begleitung seines Pianisten Norbert Lauter trug Coors seine "Geschichten aus dem Leben" in bester Chansonnier-Manier vor. Äußerst abwechlungsreich und mit eingängigen Melodien hat er Erlebnisse vertont, die viele von uns auch schon erlebt haben. Ob ein Rendezvous mit einer Dame der ihr Smartphone wichtiger ist, ein Pflichtbesuch in der Operette, die Mama, die ihren Sohn auf Facebook beobachtet, der Vater, der (furchtbar) Theater spielt, kochen unter Berücksichtigung sämtlicher Allergien und Intoleranzen, das Dschungelcamp ... die Themen waren alle hochaktuell und die Texte voll gepackt mit Wortspielen und unvermuteten Reimen, jedes Wort saß am richtigen Platz! Man konnte die Geschichten förmlich miterleben, die Sebastian Coors im eleganten Smoking und mit wunderbarerer Stimme vortrug. Sogar sein Lied über die Langeweile erzeugte alles andere als solche. 

Die Kabbeleien mit dem Pianisten Norbert Lauter, der letztendlich seinen Vertrag auspacken musste, um (endlich!) sein Solo singen zu dürfen - nebenbei: kein Lückenfüller, sondern ein weiteres Highlight - waren nicht nur für das Publikum äußerst amüsant, sondern sorgten auch immer wieder für einen nahtlosen Übergang zwischen den Liedern. - Übrigens war Mitklatschen und Schunkeln strengstens verboten ... außer beim Lied über die Volksmusik, in dem er diese Musikgattung hemmungslos durch den selbst gekochten Kakao zog. 

Ganz am Ende zeigte sich dann auch Ludwig, der Salonlöwe kurz, war aber nicht bereit, etwas zu sagen. Das war auch gar nicht nötig, denn der Abend war auch so eine komplett runde Sache und am Ende hat wirklich jede(r) verstanden, dass da weder Max Raabe noch Florian Silbereisen auf der Bühne stand. Womit wir wieder beim tosenden Applaus wären ...

09. Februar | The Shoo-Shoos: Black Forest Swing

"Es gibt Orte, da kommt man hin und fühlt sich wohl, und der Salmen gehört dazu!" meinte Michael Tiefenbeck von den Shoo-Shoos, die am vergangenen Samstag zum wiederholten Male im Salmen in Hartheim ihre musikalische Visitenkarte abgaben. Unter dem Titel "Black Forest Swing" gaben sie wieder ein zusammenhängendes Programm zu besten, dessen roter Faden dieses Mal den Schwarzwald mit seinen Sitten, Bräuchen und Tänzen zum Thema hatte. Drei perfekt harmonierende Frauenstimmen und drei virtuos agierende Musiker rissen die Zuschauer im Theatersaal zu Beifallsstürmen hin. Wie in ihren früheren Programmen schlüpften die Shoo-Shoos in ihre Alter Egos: April Nightingale, Swanhild Sörensen, Maria mit dem unaussprechlichen Namen de la Mancha, Buddy Richman, Spikey Base und Tony Hammerstein und präsentierten mit unglaublichem Charme, tollen Choreografien und überwältigendem Humor ihr Programm. Man nahm den drei Damen sogar (beinahe!) ihre Geschichte ab, dass der Gassenhauer "Azuro" ursprünglich ein römisches Wanderlied war. - Erste Gänsehautmomente kamen mit einer herrlichen Version von "Scarborough Fair" auf, aber sogleich folgte ein Song in breitestem alemannisch, wonach man erfuhr, dass wegen damals fehlender Frauenquote auch die Frauen Alemannen hießen und nicht Alefrauen. Ob auf englisch, spanisch, französisch oder natürlich auf deutsch, der perfekte Close Harmony Gesang war jederzeit ein Hochgenuss und ganz nebenbei erfuhr man, dass "Maria" sogar Yetisch spricht! - Auf der soliden Basis von "Spikey" am Kontrabass und "Buddy" am Schlagzeug durfte ab und zu Gitarrist "Tony" in den Vordergrund treten und mit melodiösen, teils jazzigen und immer virtuos vorgetragenen Soli glänzen. - Im zweiten Teil des Abends überraschten die Shoo-Shoos mit einer unglaublichen und genial arrangierten Jazzversion von "Der Mond ist aufgegangen", die einen nur staunen ließ. Mit "Das Wandern ist des Müller's Lust" und "O Schwarzwald o Heimat" waren natürlich auch Klassiker des deutschen Volksliedes im Programm und selten hat eine (vehement vom begeisterten Publikum geforderte) Zugabe so gestimmt wie an diesem Abend: "I got Rhythm".

Der Salmen freut sich schon jetzt auf den nächsten Auftritt der sympathischen Truppe.

26. Januar | Nico Brina (Boogie - Blues - Rock 'n' Roll)

Es gibt nicht genügend Superlative, um das zu beschreiben, was an diesem Abend im Salmensaal los war. Der Schweizer Nico Brina brachte den (leider wieder einmal nur gut halb gefüllten) Saal mit seine Show buchstäblich zum kochen. Mit Standing Ovations forderte das Publikum mehrere Zugaben, die der Ausnahmepianist gern gewährte. Offensichtlich hatte auch er viel Spaß an dem Abend.

Schweißtreibende Boogies wechselten sich ab mit gefühlvollen Bluessongs und fetzigen Rock 'n' Roll Nummern und man konnte es manchmal kaum fassen, wie die Finger Brinas mit unglaublichem Tempo über die Tastatur des altehrwürdigen Blüthner-Flügels rasten. Dieser hatte einen echten Härtetest zu bestehen und als nach und nach einige Tastenabdeckungen ihre Tasten verließen, baute Brina das geschickt in seine Show ein und so mancher Zuschauer glaubte, dass dies Absicht war. War es nicht! Aber Nico Brina lies sich nicht davon beirren und spielte souverän und professionell weiter. Am Ende lagen übrigens 7 Abdeckungen neben dem Flügel.

Nico Brina erwies sich dabei nicht nur als excellenter Virtuose, der mit ganzem Körpereinsatz auf der Bühne agierte, auch Mal mit der Nase oder dem Fuß spielte, im Stehen, im Sitzen und beinahe im Liegen spielte, sondern auch mit viel Humor, Selbstironie und Schlitzohrigkeit als charmanter Entertainer, hervorragender Sänger und außerdem nicht zuletzt als ganz passabler Blues Harp Spieler. Höhepunkte waren unter anderem seine Elvis-Imitationen, die beim begeisterten Publikum äußerst gut ankamen, das an vielen Stellen von Brina zum Mitsingen animiert wurde und freudig und text sicher den Künstler jederzeit gerne unterstützte.

Wir hoffen, dass beim nächsten Besuch Nico Brinas der Saal voll ist, er hat es verdient!