Der Salmen und die Arbeit des Salmenvereins

2015 - 2016

Erarbeitung der Gedenkstätte William Shakespeare und Dietrich Schwanitz, deren Eröffnung für das Frühjahr 2017 geplant ist.

22.4.2012

Eröffnung eines Ausstellungsraumes über Dietrich Schwanitz in Zusammenarbeit mit dem

Deutschen Literaturarchiv / Arbeitsstelle für literarische Museen, Marbach.

 

15.9.2010

Richtfest

 

Richtspruch

 

Viel vu Euch do unde
kenne mich nur in Mundart zu bekunde,
jedoch ich bring’s au anderscht fertig,
grad hit wu soviel Prominenz isch gegewärtig!

 

So dachte ich mir: ein zünftiger Spruch
gibt zwischen den Oberen und mir sicher keinen Bruch!
Mit Gunst und Verlaub!
Niemals als junger Mensch hätt’ ich gedacht,
dass in dem Alter, das noch so viel Freude macht,
einen Richtspruch wie einst zu dichten,
um Euch vom Geschehen des Baus zu berichten
und auch noch selber vorzutragen:
dass wir uns auch schon mal gestritten haben
wegen Kleinigkeiten, die nicht der Rede sind wert,
aber den Bau, wie er jetzt steht, wohl ehrt!

 

Am Anfang, ich kann’s nicht unterlassen zu sagen,
hörte man über den Verein viele Klagen:
Er sei zu groß – er sei zu klein!
Er sei zu arm – er sei zu fein!
Und dann das Haus: wie woll’n sie das verwalten?
Und das Ganze überhaupt gestalten?
aber: Wer will bauen an solchen Straßen
muss Narren tadeln lassen.
Disteln und Dornen stechen sehr –
falsche Zungen noch viel mehr!

 

Was müssen wir? Was wollen und was können wir?
Das waren die Fragen von nun an bei jeder Sitzung hier.
Ohne die hohen Ämter herbei zu rufen –
und ein Haus zu bauen nur mit Stufen –
ist heut zu Tage nur noch kläglich –
ohne zweiten Fluchtweg – ohne Aufzug – nicht erdenklich!
Aber das Wort Bestandsschutz muss man wieder neu erfinden,
denn in diesem Haus ist es leider total verwunden.

 

Planen und rechnen bis die Köpfe rauchten!
Das Geld, das wir so dringend brauchten –
All das auf die Reihe zu bringen –
denen sag ich Dank vor allen Dingen!
Besonders denen, die es uns bewilligt haben!
All dazu braucht es keine Namen. –
Es hat noch Schnee gelegen erinnere ich mich gerne,
der ROTE PUNKT war noch in weiter Ferne:
dem alten Anbau hier wollten wir zu Leibe rücken,
doch zeigt’ sich bald, auch der hat seine Tücken,
dann kam der Maurer mit dem kleinen Bagger, um zu helfen –
und ruck zuck standen nur noch Stelzen.
Die durften wir dann wieder nieder reißen:
Passt bloß auf! Hat’s vom Rathaus her geheißen.

 

Danach fing der Maurer mir dem Baggern an
und machte die Fundamente, auf denen der Bau jetzt ruhen kann.
So ging es Meter für Meter auch mit dem Turm nach oben –
man muss die Mannschaft wirklich loben!
Weil ohne groß’ Geplänkel
er auch noch steht im Senkel!

 

Hier steht nun das fast fertige Produkt.
Seht nur: ist’s uns nicht gut geglückt?
Wenn’s auch hier und da noch was zu nörgeln gibt –
Das ist vorbei, so bald der erste hier drinnen von der Bühne blickt.

 

Manchmal ging’s auch drunter und drüber,
besonders wenn der Chef, der Maurer, kam.
Seine Hektik aber kam nicht fruchtig rüber,
weil der Kabbo ganz gelassen sie ihm nahm.
Wie sagte doch einer von der Architektenschaft:
„in der Ruhe liegt die Kraft!“

 

Ganz kurz muss ich auch von innen noch berichten:
Decken, Wände, Nischen, alte Pfeiler –
Wirklich nichts für Langeweiler!
Alles raus und auf den Hänger schichten.
25 Wagen oder 150 Kubikmeter Schutt
da braucht’s von der „Silberkopf-Gemeinschaft“ reichlich Mut,
um die 100.000 € aufzubringen,
mussten wir Hammer und Schaufel kräftig schwingen.
Und dass die Arbeit uns nicht aus den Händen glitt –
machten auch wir nicht den zweiten vor dem ersten Schritt.

 

Neue Träger, neue Pfeiler und mal ’ne Wand -
dass es länger hält als das alte stand -
wurden eingebaut in Winkel und Blei
und das Schwingen der Decken ist jetzt vorbei!
Was gibt es schon auf dieser Welt,
was der Maurer und Zimmerer nicht bauen könnt?  PROST!
Eines werd ich jetzt noch los:
Meine Stimmung konnte man nicht gerade stärken!
Was denken sich die Leute bloß
bei der Vergabe der Gewerken?
Ich stellte die Frage: warum nicht die, die wir schon hatten,
die stellen auch Große in den Schatten
und warum denn in die Ferne schweifen,
wenn das Gute liegt so nah?
Den alten Spruch aber viele nicht begreifen,
wo die Steuer doch bliebe da!
 
 Vergessen wir’s!

 

PROST!

 

Im Verein – so dachte ich immer –
seien mehr als Jesus und seine 12 Jünger,
die fast jeden Samstag auf der Matte steh’n
und vom Rest der 300 ist weit und breit keiner zu seh’n.

 

Meinen Kumpanen, den hart gesottenen staubigen Brüdern!
Ich ruf es hinaus in alle Welt –
War diese Arbeit manchmal lieber -
haben ihre zu Haus’ zurück gestellt…
Denen möchte ich von hier aus Danke sagen
und dafür sorgen, dass die hier drin für immer einen Stammplatz haben.

 

Wir fünfe hier – will ich noch erwähnen –
an Jahren genau dreihundertundsechzig zählen!
Wir versprechen Euch und der Gemeinde – vermerkt es heute schon! –
dass dieses Haus wird zum Epizentrum der gesamten Region!

 

Und wer mich frägt, wie soll das geh’n,
dem geb’ ich das so zu verstehn:
wie’s auch Schwanitz haben wollte
denken wir in groben Zügen, dass es werden sollte.
Der Salmen, er soll wieder leben,
soll Aufschluss über vieles geben:
ob Theater, lesen oder jede Art auch von Musik
nur eines bitte nicht: über Politik!

 

Der Presse könnte ich in Zukunft raten,
nicht nur über unsere Taten
sondern über das Programm zu schreiben,
damit sich viele noch die Augen reiben!


Zu guter Letzt wär’ dann noch eines:
Unsere Landrätin – wär’ sie da – würd’ ich sie fragen
wegen eines kleinen Scheines.
Denn was sollen wir mit diesem ganzen Laden,
wenn wir keine Konzession in Zukunft haben.

 

Ich wünsch’ nun Euch allen im Namen vom Salmen-Verein
’ne schöne Richtfest-Feier mit Bier oder Wein.
Und im Namen der Gemeinde
lade ich alle ein – auch Feinde!

 

Und um das schlechte Gewissen so mancher zu erleichtern
bevor sie dann nach Hause geh’n. –
Wir verlangen wirklich nicht zu beichten –
aber das große Spendenglas auf der Theke ist nicht zu überseh’n!

 

Mein Spruch wär’ aus, doch fertig bin ich nicht,
jetzt erfüll’ ich gern’ noch eine Pflicht.
Eine Pflicht, die dem Zimmermann von alters her
auferlegt wurde vom obersten Herr:

 

„Gesegnet sei das ganze Haus
und die da gehen ein und aus.
Den Verein und seine Lieben
mög’ nie ein Leid betrüben.“

 

(PROST!)

 

Auch allen, die hier unten steh’n,
wünsch Glück ich viel und Wohlergeh’n!

 

(PROST!)

 

Der letzte Schluck, er gilt der Ehre
des Handwerks, dem ich angehöre!

 

(PROST!)

 

Du Glas – zersplittere im Grund!
Geweiht sei das gesamte Haus zur Stund’!

 

(Rolf Imm)

15.9.2009

Beginn des Umbau-Projekts Salmen. Finanziert mit Zuschussmitteln des Landes, Zuwendungen aus dem Ausgleichsstock, Mitteln der Gemeinde und erheblichen Eigenleistungen durch Vereinsmitglieder.

September - Oktober 2009

Küchenboden entfernt, Kellerdecke betoniert.

11. - 12.6.2009

"Essen auf Rädern" aus dem Kleinen Wiesental, Tegernau.

3.4.2009

Mitgliederversammlung Salmen-Verein.

Ab März 2009

Ausarbeitung eines Antrags auf Fördermittel nach den Richtlinien ELR (Entwicklung ländlicher Raum).

20.9.2008

Besuch der Vereinsvorstände aus der Partnergemeinde Fessenheim.

Juni - August 2008

Ausarbeitung einer detaillierten Planung und eines inhaltlichen Konzepts zur künftigen Nutzung des Salmen als Kultur- und Begegnungsstätte

25.8.2008

Detlef Illmer, Johannes und Eddy Weeger nehmen Kontakt mit dem Deutschen Literaturarchiv Marbach/ Neckar auf. Es wird die Zusammenarbeit für eine zu errichtende Daueraustellung "Geschichte der Kritik" zum Werk von Dietrich Schwanitz im Salmen vereinbart.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Literaturmuseum Marbach

14.8.2008

Annerkennung als steuerbegünstigter Verein. 

28.7.2008

Besuch MdB Marion Caspers-Merk: "Ohne Ehrenamt nichts los!"

10.7.2008

Besuch Staatssekretär MdL Gundolf Fleischer.

26.4.2008

Beginn der Arbeiten am Giebel über der Bühne. 

14.3.2008

Gründungsversammlung "Verein zur Erhaltung und Nutzung des Historischen Gasthauses und Schwanitz-Haus Zum Salmen Hartheim e.V."